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Seite 6

 

 

 

Ernesto Cardenal:

 

„Gottes Ebenbild

Die menschliche Liebe hat nur darum einen Sinn, weil das Antlitz des Menschen eine Nachbildung des Antlitzes Gottes ist. Wir lieben Gott im Antlitz unseres Nächsten. Aber jedes menschliche Antlitz ist wie verschleiert; es ist der Schleier dessen, den wir nicht wirklich schauen können, ohne zu sterben. Wir sind geschaffen für einen Gott in der Mehrzahl, für einen Gott, der in Plural sprach, als er den Menschen erschuf ,,Laßt uns ein Bildnis mach nach Unserem Ebenbild." Und es ist das Ebenbild dieser Mehrzahl, der Dreieinigkeit Gottes, das in jedem Menschen wohnt. Es ist ein Ebenbild der Liebe, weil Gott die Liebe ist (die gegenseitige Liebe) und weil wir als Ebenbild eines mitteilsamen Gottes geschaffen wurden. Nicht nur dem Menschen, sondern allen schönen Dingen ist dieses göttliche Antlitz aufgedruckt. Sogar die Tiere sind das Ebenbild Gottes, weil sie ein Ebenbild des Menschen sind. (Und darum liebt der Mensch auch die Tiere.) Johannes von Climaco erzählt von einem Mann, der beim Anblick einer schönen Frau nicht in. Liebe zu dieser Frau, sondern in Liebe zu Gott entflammte und Tränen der Freude vergoß... Gott ist im Innersten alles Seins, und Er ist auch in uns. Um Ihn zu finden, brauchen wir nicht weit zu laufen und auch nicht aus uns selbst herauszugehen. Es genügt, uns selbst zu finden. Wir müssen auf den Grund unseres eigenen Ichs steigen, um unsere wirkliche Identität zu finden, die Gott ist.”

 

 

 

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Küng definiert den Begriff Paradigma wie Th. Kuhn, jedoch paßt er ihn entsprechend seinem Theologischen Hintergrund an.

 

Von Kuhn „...für die Wahrheitsfindung im Raum der Naturwissenschaften systematisch-theoretisch erforscht - meint nicht nur die Änderung einer Methode oder einer Theorie, sondern den Wechsel einer »entire constellation of beliefs, values, techniques, and so on shared by the members of a given community« (Strukturen S. 175), also »einer Gesamtkonstellation von Überzeugungen, Werten und Verfahrensweisen usw, die von den Mitgliedern einer bestimmten Gemeinschaft geteilt werden« (deutsche Übersetzung S. 186, von mir korrigiert). Im Kontext der Religion meint Paradigmawechsel den Wandel der Gesamtkonstellation, des Grundmusters, Grundrasters, Grundmodells, nach dem Menschen sich selbst, die Gesellschaft, die Welt und Gott überhaupt wahrnehmen.

Wird der Begriff Paradigmawechsel somit von der Geschichte der Naturwissenschaft auf die Geschichte generell und die Geschichte des Christentums insbesondere übertragen, dann meint dies nicht nur irgendeinen Pendelschwung oder Wellenschlag, auch nicht nur irgendeinen Stimmungswechsel oder eine bestimmte politische Wende. Dann meint dies vielmehr einen sowohl grundlegenden wie langfristigen und schließlich breit wahrgenommenen Wandel in der Sicht der Dinge überhaupt: des Makroparadigmas, das stets viele Meso-und Mikroparadigmen einschließt. Entscheidend für die Ablösung eines Paradigmas ist der Durchbruch vieler innovatorischer Einzelsignale der Vergangenheit (bei Vordenkern, Unzeitgemäßen, kritischen Gruppen aller Art, etwa Postmodernen »avant la lettre«) zu einem von Signale der Vergangenheit (bei Vordenkern, Unzeitgemäßen, kritischen der breiten Masse) wahrgenommenen Gesamttrend. Entscheidend ist nicht, daß Einzelindikatoren der Krise und der Wende »schon einmal da« waren, sondern das, was wirklich »Geschichte gemacht« hat.”

 

Küng formuliert angesichts der paradigmatischen Veränderungen folgende postmoderne Forderungen:

S.93 ff.

„Es muß für das nächste Jahrtausend ein Weg gefunden werden für eine:

Ÿ  soziale

Ÿ  plurale

Ÿ  partnerschaftliche

Ÿ  friedensfördernde

Ÿ  naturfreundliche

Ÿ  ökumenische

Weltordnung”

 

Meines Erachtens ein brauchbarer Denkansatz für konzeptionelle Überlegungen der Diakonie

Nicht nur weil sie diese Themen ins Spiel bringen kann. Sondern weil sie auch selbst in der Versuchung steht im Versuch den eigenen Erfolg in den Maßstäben eines auslaufenden Modells das Allein dies Wertemuster von Fortschritt und Wachstum vertritt misst. Die BWL - isierung  ist einerseits eine Sinnvolle Reaktion auf Defizite im Sozialen. Ideologisch gepflegtes Defizit. Doch Wird das Gegenteil – überhaupt keine Überlegungen aus dem BWL zuzulassen -nicht automatisch das Richtige.  Die Postmoderne Forderung Küngs ist auch Möglichkeit, daß die SA im Selbstversuch Entwicklungen fördert.

Qualitätssicherung ist eine Methode kein Ziel. Das wird leicht verwechselt. – Kategorienproblem- Wir sind halt immer noch Kinder unserer Zeit. Wir Spiegeln unsere Gesellschaft anstatt ihr Salz zu sein.(Lutherischer Bund Budapest 1984)

 

 

 

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Jesus beim Fußballmatch

 

Jesus Christus sagte, er sei noch nie bei einem Fußballmatch gewesen. Also nahmen meine Freunde und ich ihn zu einem Spiel mit. Es war eine wilde Schlacht zwischen den protestantischen Boxern und den katholischen Kreuzfahrern.

Die Kreuzritter erzielten den ersten Treffer. Jesus schrie laut Beifall und warf seinen Hut in die Luft. Dann waren die Boxer vorne. Und Jesus spendete wild Beifall und warf seinen Hut in die Luft.

Das schien den Mann hinter uns zu verwirren. Er klopfte Jesus auf die Schulter und fragte: ,,Für welche Partei brüllen Sie, guter Mann?"

,,Ich", erwiderte Jesus, den mittlerweile das Spiel sichtlich aufregte, ,,oh, ich schreie für keine Partei. Ich bin bloß hier, um das Spiel zu genießen."

Der Fragende wandte sich seinem Nachbarn zu und feixte: ,,Hm, ein Atheist!"

Auf dem Rückweg klärten wir Jesus über die Lage der Religionen in der heutigen Welt auf. ,,Fromme Leute sind ein komisches Volk, Herr", sagten wir, ,,sie scheinen immer zu denken, Gott sei auf ihrer Seite und gegen die Leute von der anderen Partei."

Jesus stimmte zu. ,,Deswegen setze ich nie auf Religionen, ich setze auf Menschen", sagte er. ,,Menschen sind wichtiger als Religionen. Der Mensch ist wichtiger als der Sabbat."

,,Du solltest deine Worte wägen", sagte einer von uns etwas besorgt.

,,Du bist schon einmal wegen einer solchen Sache gekreuzigt worden."

,,Ja - und von religiösen Leuten", sagte Jesus mit gequältem Lächeln.

 

 

 

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Behandeln- Heilen (Soteriologie aus: Ärzte in der Mission)

Mediziner - Arzt

 

 

In der Psychiatrie unter den Fach-Mediziner steht im Vordergrund im Wesentlichen die Behandlung(Abrechenbarkeit) und Abgrenzung zu nicht-Medizinischem Gesundheitswesen.

 

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Profanes Heiliges – Georgio Agamben

 

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Losung 11. 07. 2018

 

Jesaja sprach: Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen.

Jesaja 6,5

 

Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten.

Epheser 4,25

 

 

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Bruder Emanuel aus Taize:

 

Zärtlichkeit

 

Hingabe – Bonhoeffer (Gemeinsam Leben)

Unterwerfung  - Hullebeque, M

 

 

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Losung 26.5.2018

Herr, behüte meinen Mund und bewahre meine Lippen! Ps 141,3

 

Gebt acht: dass die Freiheit nicht zu einem Vorwand für die Selbstsucht werde, sondern dient einander in der Liebe! Gal 5,13

 

Herr, lehre mich das Reden und Schweigen zur rechten Zeit. Ich bin oft zu schnell mit meinem Urteil bei der Hand, wenn ich negatives erlebe und reagiere zu langsam, wenn es gilt, dem anderen ein Lob auszusprechen oder ihn zu ermutigen. Lass mein Reden und Schweigen mehr als bisher von der Liebe geprägt sein. Marie Hüsing

 

 

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Im Sender ARTE: Kultur und Pop : Move!

 

Macht: https://www.arte.tv/de/videos/073481-003-A/move/       __4/2018

In dieser Folge von „Move!“ begegnet Sylvia Camarda der Körperlichkeit von Macht. Im Alltag, in der Kunst, der Politik und auch im Tanz findet die Luxemburgerin die heimlichen Bewegungen der Macht und dechiffriert sie für uns. Denn ohne unsere Körpersprache gäbe es keine Macht. Sie existiert über unsere Handlungen, bedarf eines Körpers und einer Bewegung, die sie zu dem macht, was sie ist. Gemeinsam mit Dr. Klaus Krebs, einem Experten für Rhetorik und Körpersprache, geht „Move!“ den Gesten und Bewegungen der Macht auf den Grund. Was sind die geheimen Codes der Körpersprache? Welche Bewegungen verraten uns Schwäche, welche Überlegenheit? Der traditionelle Haka-Tanz der neuseeländischen Maori ist eine unverwechselbare Machtdemonstration von innerer und äußerer Stärke. Doch was macht ihn eigentlich zu einem Tanz der Macht? Sylvia Camarda fordert die drei Rugby-Spieler Joe, Mau und Storm in Amsterdam zum Tanz heraus, um zu erfahren, was sie von der Bewegung des Haka über ihre eigene Macht lernen kann. In kaum einem anderen Tanz wird Führung und Macht so sinnlich verhandelt wie im Tango. Und wo könnte man einen Tanz schöner auf das politische Parkett legen als in Brüssel? Die argentinische Schauspielerin und Tänzerin Eugenia Ramírez Miori gibt Sylvia gemeinsam mit Freunden ein paar sinnliche Lehrstunden in Sachen Führung.

Regie:Lena Kupatz Moderation :Sylvia Camarda     2017

 

 

Fliesen:  https://www.arte.tv/de/videos/073481-002-A/move/        __4/2018

Diese Folge von „Move!“ widmet sich dem Fließen und der Bedeutung der Flüssigkeiten, die unser Leben bestimmen. „Alles fließt“ – mit der Inspiration von zwei großen belgischen Choreographen taucht Sylvia Camarda gemeinsam mit den Zuschauern ab in die Welt der Flüssigkeiten unseres Lebens. Mit luxemburgischen Tänzerinnen flutet sie die Tanzbühne und begibt sich mit Haut und Haar, Wasser und Blut auf Bewegungserkundung. In Belgien bestaunt „Move!“ die opulenten Shows des italienisch-belgischen Choreographen und Show-Papstes Franco Dragone. Er schuf bereits für Céline Dion und den Cirque du Soleil Showwelten, auf deren Bühnen Artisten, Taucher und Tänzer mit dem Element Wasser spielen. Inspiriert durch Pina Bauschs Choreographie „Vollmond“ erforschen Sylvia und ihre Tänzer den Klang, der entsteht, wenn Körper auf Wasser treffen und sich dem Element anpassen oder widersetzen. Dieses Kräftemessen sucht und findet Sylvia Camarda auch im Wasserballett. Hier entstehen scheinbar mühelose Körperskulpturen, die das wilde, ungestüme Element Wasser als leichten Tanzboden erscheinen lassen. Dragones künstlerischer Antagonist ist der belgische Künstler, Performer und Choreograph Jan Fabre. Seine Arbeiten sprengen Tabus: Mutig und dreckig, wild und ehrlich spielt er mit den menschlichen Körperflüssigkeiten – Tränen, Sperma, Blut – als choreographischem Mittel.

Regie :Lena Kupatz Moderation :Sylvia Camarda      2017

  

 

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aus:

http://www.wernerschell.de/Rechtsalmanach/Heilkunde/sterbehilfe/moeglichkeiten.php

 

Die Möglichkeiten des Menschen

aus: K. Dörner, a.a.O., S.94f.

Soweit ich sehen kann, hat es seither erst einen Philosophen gegeben, der die Gruppen der Sozialen Frage, die Gemeinschaftsfremden und Randständigen systematisch bedacht hat: Jean Paul Sartre. Wenn man sein ganzes Werk überblickt, gibt es kaum ein randständiges Schicksal, das er nicht philosophisch oder dramatisch behandelt hat. Nirgends gelingt ihm dies aber so umfassend wie in seinem "Saint Genet" , das Werk, das in der Nachkriegszeit entstanden ist und in dem er vielleicht auch am intensivsten den Nationalsozialismus mitreflektiert hat. In seiner Frage nach dem Menschen steckt immer auch der Anspruch, daß in mir wie in jedem Menschen der Möglichkeit nach die ganze Menschheit enthalten sei. Auf Genet als einen Fürsorgezögling, Dieb, Homosexuellen, Strichjungen, Rauschgiftschmuggler, Verräter, Bettler und Vagabunden bezogen, formuliert er: "Denn man muß schon wählen: wenn jeder Mensch der ganze Mensch ist, muß dieser Abweichler entweder nur ein Kieselstein oder ich sein." Hier sind beide Ethiken, die wir entwickelt haben, in einem Satz zusammengefaßt. Der Mensch und vor allem der randständige Mensch ist entweder ich, Mensch oder Ding, Kieselstein. Sartre ist somit vielleicht der erste Philosoph, der die Beantwortung der Frage, was der Mensch sei, von den elendesten, ausweglosesten, gescheitertesten, minderwertigsten, randständigsten und kommunikationslosesten Menschen, Menschengruppen oder Situationen von Menschen her beginnt. Nur dadurch, daß er hiermit beginnt, kann seine Antwort auf die Frage nach dem Menschen einigermaßen vollständig ausfallen. Würde er nämlich mit der Situation des idealen oder auch des durchschnittlichen Menschen bei seiner Beantwortungsarbeit beginnen, käme er entweder zu den genannten randständigen Menschen gar nicht mehr durch, oder er würde sie nur noch abgeleitet und abgewertet als Dinge oder nicht mehr vollwertig menschlich auffassen können. Dieser Gedanke, der die Randständigen von der letzten an die erste Stelle rückt und der von seiner Randständigkeit den Menschen und die menschliche Welt aufbaut, also es notwendig macht auf keinen Menschen verzichten zu können, so daß es nichts, aber auch gar nichts Unmenschliches mehr geben kann, hat die Art von Zwangsläufigkeit, die wir bisher immer nur der Brauchbarkeitslogik und -ethik bescheinigen konnten. Sartres Ethik hat aber den Vorteil, daß sie einerseits den verdinglichenden Pannwitz-Blick nicht leugnet, da ein Mensch für mich immer auch Kieselstein sein kann; andererseits enschärft sie diesen Blick im Rahmen und im Schutz der immer auch offenen Möglichkeit der Herstellung einer wirklich umfassenden Solidargemeinschaft, die die Gruppen der Sozialen Frage, die Minderwertigen, die Randständigen buchstäblich in die Mitte nimmt. Mehr ist uns zur Zeit wohl nicht möglich.

 

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http://www.bonhoeffer.ch/predigten-zu-bonhoeffer/treue-zur-welt-eine-neujahrspredigt/

 

Für Bonhoeffer lag damals auf der Hand, wofür er primär einzustehen hatte: für die Befreiung der Menschen von Hitler und von der menschenverachtenden nationalsozialistischen Ideologie. Heute mag es weniger eindeutig sein als damals, in welcher Hinsicht die Welt unsere Treue besonders braucht, wie sich unser treues Einstehen für das von Gott geschenkte Leben konkretisieren kann und muss.

Doch überlegen wir uns mal, wonach uns in 50 Jahren unsere Kinder und Kindeskinder fragen werden: Vielleicht, ob wir nicht zu gleichgültig, zu passiv gegenüber dem Klimawandel, jener schleichenden Gefahr, waren? Ob wir das Wissen um die existenzielle Not von Menschen in anderen Erdteilen in unserem Handeln als Konsumenten, als Staatsbürgerinnen umgesetzt haben?

Ob wir das Belastende nicht fliehen, nicht wegschauen, es nicht überspielen, sondern es, aus der Verbindung mit dem gekreuzigten und auferstandenen Christus, zu tragen versuchen - in unserem persönlichen Leben, unter den Menschen, mit denen wir zusammenleben und in weltweiter Dimension?

Treue zur Welt zeigt sich im kleineren Rahmen - darin, ob wir unser Leben als Mutter oder Vater, als Ehepartner, als Freund, als Arbeitskollege oder in was für einem Verhältnis wir auch immer stehen zu anderen Menschen um uns herum - ob wir unser Leben und Zusammenleben so liebevoll, engagiert, verständnisvoll und so heiter wie möglich führen.

Treue und Heiterkeit

Heiterkeit, ja, das ist ein Lieblingswort von Bonhoeffer. Nicht an schenkelklopfend Überbordendes ist dabei gedacht. Sondern die Heiterkeit, die Bonhoeffer meint, ist die Folge von Gottes barmherziger Treue zu uns in unserer ganzen manchmal schönen, manchmal schweren Menschlichkeit. Sie kam schon dem Volk Israel entgegen, sie zeigte sich in Jesu Leben zwischen Krippe und Kreuz und sie klingt in den Worten des Auferstandenen an die Jünger bis zu uns weiter: "Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." (Matthäus 28,20b).

Diese Zusage mag uns heiter und der Welt und den Menschen zugewandt ins neue Jahr hineinschreiten lassen. Und vielleicht spüren wir unterwegs, dass wir durchaus dann und wann unseren "japanischen Garten" in seiner stillen Harmonie oder einen anderen kraftspendenden Rückzugsort brauchen, um auch wieder umso mutiger das Tor zur Welt durchschreiten zu können.

Bonhoeffer jedenfalls war beides wichtig: sich stets von neuem gedanklich, betend und meditierend auf Christus als Mitte hin zu sammeln; und aus der Gewissheit, dass dieser mit seiner guten Macht Tag für Tag bei ihm sei, einen weiten Radius des Lebens und Wirkens in Treue zur Welt zu gewinnen.

Neujahrspredigt, gehalten von Pfr. Markus Unholz am 1. Januar 2006 im evangelischen Kirchgemeindehaus St. Gallen St. Georgen

Kontakt: Pfr. Markus Unholz; pfr.st.georgen@ref-sgc.ch

 

 

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Ich danke allen – Von Paulo Coelho

Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben.
Sie haben meine Phantasie beflügelt.

Ich danke allen, die mich in ihr Schema pressen wollten.
Sie haben mich den Wert der Freiheit gelehrt.

Ich danke allen, die mich belogen haben.
Sie haben mir die Kraft der Wahrheit gezeigt.

Ich danke allen, die nicht an mich geglaubt haben.
Sie haben mir zugemutet, Berge zu versetzen.

Ich danke allen, die mich abgeschrieben haben.
Sie haben meinen Mut geweckt.

Ich danke allen, die mich verlassen haben.
Sie haben mir Raum gegeben für Neues.

Ich danke allen, die mich verraten und missbraucht haben.
Sie haben mich wachsam werden lassen.

Ich danke allen, die mich verletzt haben.
Sie haben mich gelehrt, im Schmerz zu wachsen.

Ich danke allen, die meinen Frieden gestört haben.
Sie haben mich stark gemacht, dafür einzutreten.

Ich danke allen, die mich verwirrt haben.
Sie haben mir meinen Standpunkt klar gemacht.

Vor allem danke ich all jenen, die mich lieben, so wie ich bin.
Sie geben mir Kraft zum Leben!

 

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… Das Kierkegaard einmal das geistlose und das geistvolle Denken etwa so unterscheidet: geistlos ist die Frage: Hat mein Nachbar Christophersen das getan, hat er es wirklich getan? Geistvoll sei es dagegen zu fragen: Warum hat er es getan, und: könnte ich das auch tun? Darum muss es gehen: Nicht zu fragen: Hat Professor X. das wirklich geschrieben, sondern: in welchem Denkzusammenhang sagte er das, und: Wie steht es mit meinen Denkzusammenhängen? …

 

Aus: Gelbe Beilage,  Nachricht aus der ärztlichen Mission 1990

 

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"Das ist nämlich Geist, nach zwei Dingen zu fragen: 1. ist das, was gesagt wird, möglich, 2. kann ich es tun? Es ist aber geistlos, nach zwei Dingen zu fragen: 1. ist es wirklich, 2. hat mein Nachbar Christophersen es getan, hat er es wirklich getan?"

 

 

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In: Sören Kierkegaard Die Lilien auf dem Felde

Aus dem Nachwort von Friedrich Hansen Löve; Verlag Herder - Thomas Morus Bücherei; S.126-129

 

„Die Sache ist, dass die Welt die Ewigkeit nicht versteht. Dem irdischen Sinn ist und bleibt die Not eben eine irdische und insofern eine geschäftliche Sache; zugleich ist ihm die milde Gabe eine sinnliche Größe, deren Wert darin besteht, dass sie die Not abhelfen kann. … Ist es Barmherzigkeit den Armen Hundertausende zu geben? Nein. Ist es Barmherzigkeit, den Armen einen Pfennig zu geben? Nein. Die Barmherzigkeit liegt darin: wie gegeben wird. …

Oh, dass ich das Gesicht darstellen könnte, das die Ewigkeit machen wird‚ wenn der Reiche auf die Frage, ob er barmherzig gewesen sei, antwortete: ich hab hunderttausende Taler an die Armen gegeben!‘ Denn die Barmherzigkeit wird verwundert auf ihn blicken…

Verhält sich aber die Sache auf diese Weise, so kann ich die Barmherzigkeit eigentlich am besten im Pfennig sehen; denn zufälligerweise haben die Hunderttausende eine gewisse Bedeutung, die leicht die sinnliche Aufmerksamkeit auf sich zieht und mich hindert, Barmherzigkeit zu sehen. …

Die Barmherzigkeit liegt darin, wie dies Alles und dieses Nichts getan wird. Dann kann ich diese Barmherzigkeit in diesem Allem und in diesem Nichts sehen; und dann kann ich sie eigentlich am besten in diesem Nichts sehen: denn das Alles ist eine glänzende Äußerlichkeit, die zufälligerweise eine gewisse Bedeutung hat, welche auf das sinnliche in mir stark einwirkt, die Aufmerksamkeit leicht auf sich zieht und mich hindert, die Barmherzigkeit zu sehen.“ - Und warum dieses ‚Zuerst‘ Barmherzigkeit? Damit auch der Arme, der nichts geben kann, etwas, ja das vor Gott Wesentliche geben kann. Damit der Arme nicht mit leeren Händen beschämt dastehen müsse, darum ist die Barmherzigkeit das erste. ….

„…Es wäre gut man predigte einzig und allein von der Barmherzigkeit.

   Wenn Armut und Elend uns mit ihren Bitten bestürmen, so können wir ja diese not mit Hilfe der milden Gaben abstellen. Bedenke aber, daß weit schrecklicher als diese not es wäre, wenn wie Armut und Elend nötigten, durch ihr seufzen wider uns(wie die Schrift sagt), unser Gebet zu verhindern(1.petr 3,7). Diesen Schaden fügen wir uns selber zu, wenn wir an den Armen und Elenden das himmelschreiende Unrecht begehen, davon zu schweigen, dass sie Barmherzigkeit üben können.„ ….

Dass das auch zählt, dass das vor allem zählt, wird wieder nur der Christ verstehen, der auch – aus Barmherzigkeit – das, was an Kierkegaard selber fraglich bleibt, im Dunkel der Frage belässt, weil er weiß, dass hier letztlich nur Gott fragen darf.

 

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„Leere Container sind am lautesten.“ Sprichwort aus Afrika

 

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Aus: http://www.gleichsatz.de/b-u-t/begin/kdrv/ik_metasit1.html

 

Erster Abschnitt
Übergang von der gemeinen sittlichen Vernunfterkenntnis zur philosophischen.


Es ist überall nichts in der Welt, ja überhaupt auch außer derselben zu denken möglich, was ohne Einschränkung für gut könnte gehalten werden, als allein ein  guter Wille.  Verstand, Witz und Urteilskraft und wie die  Talente  des Geistes sonst heißen mögen, oder Mut, Entschlossenheit, Beharrlichkeit im Vorsatz, als Eigenschaften des  Temperaments,  sind ohne Zweifel in mancher Absicht gut und wünschenswert; aber sie können auch äußerst böse und schädlich werden, wenn der Wille, der von diesen Naturgaben Gebrauch machen soll und dessen eigentümliche Beschaffenheit darum  Charakter heißt, nicht gut ist. Mit den  Glücksgaben  ist es ebenso bewandt. MachtReichtum, Ehre, selbst Gesundheit und das ganze Wohlbefinden und Zufriedenheit mit seinem Zustand, unter dem Namen der  Glückseligkeit, machen Mut und hierdurch öfters auch Übermut, wo nicht ein guter Wille da ist, der den Einfluß derselben aufs Gemüt, und hiermit auch das ganze Prinzip zu handeln, berichtige und allgemein-zweckmäßig mache; ohne zu erwähnen, daß ein vernünftiger und unparteiischer Zuschauer sogar am Anblick eines ununterbrochenen Wohlergehens eines Wesens, das kein Zug eines reinen und guten Willens ziert, nimmermehr ein Wohlgefallen haben kann, und so der gute Wille die unerläßliche Bedingung selbst der Würdigkeit, glücklich zu sein, auszumachen scheint.

 

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Aus: http://www.textlog.de/33290.html

 

Witz. Der "Witz" (ingenium) ist das Vermögen, "zum Besonderen das Allgemeine auszudenken". Während die Urteilskraft (s. d.) auf "Bemerkung der Unterschiede unter dem Mannigfaltigen, zum Teil Identischen" geht, richtet sich der Witz auf die "Identität des Mannigfaltigen, zum Teil Verschiedenen", Anthr. 1. T. § 44 (IV 113); vgl. Scharfsinn. Der "produktive Witz" ist entweder der "vergleichende" oder der "vernünftelnde" Witz. "Der Witz paart (assimiliert) heterogene Vorstellungen, die oft nach dem Gesetze der Einbildungskraft (der Assoziation) weit auseinander liegen, und ist ein eigentümliches Verähnlichungsvermögen, welches dem Verstande (als dem Vermögen der Erkenntnis des Allgemeinen), sofern er die Gegenstände unter Gattungen bringt, angehört. Er bedarf nachher der Urteilskraft, um das Besondere unter dem Allgemeinen zu bestimmen und das Denkungsvermögen zum Erkennenanzuwenden", ibid. § 54 (IV 140); vgl. N 458 ff. Vgl. Komisch.

 

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Ich wünsch Dir einen Stern

 

Möge im kommenden Jahr

am Himmel ein Stern für dich

seine Bahnen ziehen

Und dir immer ein Stück voraussein,

damit vor jedem deiner Schritte

so viel Licht leuchtet

wie du brauchst,

um deinen Weg zu finden.

 

         Christa Spilling-Nöcker

 

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Mit verbundenen Augen

 

die Wurzeln

des Himmels

erblicken.

Höher steigen höher

zu Wolkenrosen.

Die Sterne begrüßen

mit einem verwunschen Wort.

Im Mond das lächelnde Kind

sagt Slalom.

Mit verbundenen Ohren

dem Kindchen lauschen.

Schalom

in einer Welt die

noch nicht geboren ist.

 

Rose Ausländer

 

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Wann fängt Weihachten an?

 

 

Wenn der Schwache

dem Starken die Schwächen vergibt,

wenn der Starke

die Kräfte des Schwachen liebt.

Wenn der Habewas

mit dem Habenichts teilt,

wenn der Laute

bei dem Stummen verweilt

und begreift,

was der Stumme ihm sagen will,

wenn der Leise

laut wird

und das Laute still,

wenn das Bedeutungsvolle

bedeutungslos,

das scheinbar Unwichtige

wichtig und groß,

wenn mitten im Dunkel

ein winziges Licht

Geborgenheit,

helles Leben verspricht,

und du zögerst nicht,

sondern du

gehst

so wie du bist

darauf zu,

dann,

ja, dann

fängt Weihnachten an.

 

Rolf Krenzer

 

 

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Ich liebe dich, du sanftestes Gesetz

Ich liebe dich, du sanftestes Gesetz, 
an dem wir reiften, da wir mit ihm rangen; 
du großes Heimweh, das wir nicht bezwangen, 
du Wald, aus dem wir nie hinausgegangen, 
du Lied, das wir mit jedem Schweigen sangen, 
du dunkles Netz, 

darin sich flüchtend die Gefühle fangen. 

Du hast dich so unendlich groß begonnen 
an jenem Tage, da du uns begannst, - 
und wir sind so gereift in deinen Sonnen, 
so breit geworden und so tief gepflanzt, 
dass du in Menschen, Engeln und Madonnen 
dich ruhend jetzt vollenden kannst. 

Lass deine Hand am Hang der Himmel ruhn 
und dulde stumm, was wir dir dunkel tun. 


Rainer Maria Rilke, 26.9.1899, Berlin-Schmargendorf

 

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„Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“ Paul Klee

 

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Edmund Mohn: Kunst ist: Können, Künden, künstlich,

 

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Kant, Heidegger und Wittgenstein trafen sich einmal zu einem
Kaffeekränzchen.

Kant ganz versonnen:

"Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender
Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das
Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir
und das moralische Gesetz in mir..."

Heidegger darauf:

"Ja, das gibt einem schon zu denken... Ganz deutlich spricht
sich nämlich hier auch wieder aus, dass das Wesende der Sprache
die Sage als Zeige ist ... und dass das Regende im Zeigen eben
das Eignen ist ... Mit anderen Worten: Als die Sage ist das
Sprachwesen das ereignende Zeigen, das gerade von sich absieht,
um so das Gezeigte in das Eigene seines Erscheinens zu
befreien."

Wittgenstein ganz begeistert:

"Ja, genau! Der Satz *zeigt*, wie es sich verhält, wenn
er wahr ist. Und er *sagt*, dass es sich so verhält.
Andererseits kann der Satz die *logische Form* nicht
darstellen, sie spiegelt sich in ihm.
Was sich in der Sprache spiegelt, kann sie nicht darstellen.
Was *sich* in der Sprache ausdrückt, können *wir* nicht durch
sie ausdrücken. Der Satz *zeigt* die logische Form der
Wirklichkeit. Er weist sie auf. Und was gezeigt werden
kann, kann nicht gesagt werden."

Ehrfürchtiges Schweigen auf Seiten Kant und Heideggers.

 

 

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Aus: http://de.sci.philosophie.narkive.com/g2NUjuI1/immanuel-kant-witz-1

 

Immanuel Kant und sein Freund, Johann Gottfried Herder (er verdichtete
Kants Gedanken in Verse) gingen zelten. Nach langen Diskussionen, einem
guten Mal und einer Flasche Wein legten sie sich nieder und schliefen ein.
Nach einigen Stunden wachte J.G.Herder auf, machte I.Kant wach, und
sagte zu ihm: "Schau in den Himmel, und sage mir, was Du siehst !".
I.Kant anwortete: "Ich sehe Millionen von Sternen am Firnament !".
"Und was sagt Dir das ?", fragte Herder. Kant denkt lange nach:

"Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender
Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken
damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir und das moralische
Gesetz in mir, daß Millionen von Galaxien und potentiel Milliarden von
Planeten existieren, astronomisch gesehen, während ich, astrologisch
gesehen, wahrnehme, daß der Saturn im Sternzeichen Löwe steht, ich
horologisch folgerere, daß es ungefähr viertel nach drei Uhr sein muß,
theologisch ich ehrfürchtig Gottes Allmacht eingestehen muß, daß wir
klein und unbedeutend sind, und meterologisch ich der Überzeugung bin,
daß es auch morgen wieder wundervolles Wetter geben wird !"

Herder war danach für eine Minute ganz ruhig und sagte dann: "Kant, Du
Idiot, jemand hat unser Zelt gestohlen !"

Guido Stepken

 

 

Komentare:

Guido Stepken

vor 14 Jahren

Post by Amicus
On Sat, 21 Feb 2004 11:50:44 +0100, Guido Stepken
Kant, Heidegger und Wittgenstein trafen sich einmal zu einem
Kaffeekränzchen.
"Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender
Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das
Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir
und das moralische Gesetz in mir..."
"Ja, das gibt einem schon zu denken... Ganz deutlich spricht
sich nämlich hier auch wieder aus, dass das Wesende der Sprache
die Sage als Zeige ist ... und dass das Regende im Zeigen eben
das Eignen ist ... Mit anderen Worten: Als die Sage ist das
Sprachwesen das ereignende Zeigen, das gerade von sich absieht,
um so das Gezeigte in das Eigene seines Erscheinens zu
befreien."
"Ja, genau! Der Satz *zeigt*, wie es sich verhält, wenn
er wahr ist. Und er *sagt*, dass es sich so verhält.
Andererseits kann der Satz die *logische Form* nicht
darstellen, sie spiegelt sich in ihm.
Was sich in der Sprache spiegelt, kann sie nicht darstellen.
Was *sich* in der Sprache ausdrückt, können *wir* nicht durch
sie ausdrücken. Der Satz *zeigt* die logische Form der
Wirklichkeit. Er weist sie auf. Und was gezeigt werden
kann, kann nicht gesagt werden."
Ehrfürchtiges Schweigen auf Seiten Kant und Heideggers.
A.

Diese Sätze zeigen mir, daß Du in der Lage bist, eine Sage über die Zeige der Denkenden zu dichten !-)

Guido Stepken

--
Rechte haben ein Problem: Immer, wenn sie versuchen, das letzte aus sich
herauszuholen, greifen sie voll in die braune Scheiße !

Verena

vor 14 Jahren

Post by Guido Stepken
Immanuel Kant und sein Freund, Johann Gottfried Herder (er

verdichtete

Post by Guido Stepken
Kants Gedanken in Verse) gingen zelten. Nach langen Diskussionen, einem
guten Mal und einer Flasche Wein legten sie sich nieder und

schliefen ein.

Post by Guido Stepken
Nach einigen Stunden wachte J.G.Herder auf, machte I.Kant wach, und
sagte zu ihm: "Schau in den Himmel, und sage mir, was Du siehst !".
I.Kant anwortete: "Ich sehe Millionen von Sternen am Firnament !".

....

Die Antwort Kants auf Herders Frage war korrekt!
Herder fragte: was SIEHST du?
Herder fragte nicht: Was siehst du NICHT?! ;))

Verena

PS Solche Philosophen, die über ihren vom Sternenhimmel inspirierten Reflexion eine geklautes Zelt ignorieren, sind mir wesentlich sympathischer als solche, die Andersdenkende mit (realen oder verbalen) Schürhaken behelligen!

 

 

 

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ICH LIEBE DIESE HURE von Konstantin Wecker

Ihr habt sie einfach nicht gesehn,
wenn sie so zum Vergehen schön
mit diesem leichten hohen Gang
betörend ihre Tasche schwang.

Noch Kind, doch trotzdem dieser Welt
bewußtlos in den Arsch gestellt.
Ein Nachtgewächs, doch wenn sie mag
und euch umarmt, dann wird es Tag.

Wenn sie bei mir liegt, wird mit klar,
daß jede vor ihr Irrtum war.
Wenn sie mich anspricht, fühl ich mich
auf einmal furchtbar wesentlich.

Ihr könnt es glauben oder nicht,
wenn's etwas gibt, was mich zerbricht,
dann nur, wenn sie mich fallen läßt.
Das haut mich um, gibt mir den Rest:


Ja, Freunde, ja. Ich liebe diese Hure.

In ihren Nächten ist sie Leib,
Urhöhle, Schlamm und Lüsternheit.
Zwar elfenhaft, doch ungeniert
werden die Freier ausgeschmiert.

Was stört das mich. Wenn sie mich küßt,
dann weiß ich, wer sie wirklich ist.
So nur noch Liebe, Fleisch und Blut,
was schert mich da die Freiersbrut.

Keine wie sie, keine so rein,
sie muß ein Stück von etwas sein,
das vor unendlich langer Zeit
die Lust gab und die Sterblichkeit.

Ihr könnt es glauben oder nicht,
wenn's etwas gibt, was mich zerbricht,
dann nur, wenn sie mich fallen läßt.
Das haut mich um, gibt mir den Rest.

Ja, Freunde, ja. Ich liebe diese Hure.

 

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Aus: https://www.ziviler-friedensdienst.org/de/newsletter

»Liebt ein Mensch den Frieden, wird er nicht zum Feigling.«
Sprichwort der Igbo (Nigeria, Westafrika)

 

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Lessing und Rorty

Ist wie:

Aufrichtige Mühe der Nachforschung der Wahrheit  - und -  Grad der Mühe Gegenteil mit eigenen Überzeugung in Einklang bringen

 

„Nicht die Wahrheit,
in deren Besitz irgend ein Mensch ist,
sondern die aufrichtige Mühe,
die er angewandt hat,
hinter die Wahrheit zu kommen,
machen den Wert des Menschen.
Denn nicht durch den Besitz,
sondern durch
die Nachforschung der Wahrheit
erweitern sich seine Kräfte,
worin allein seine immer wachsende
Vollkommenheit besteht.
Der Besitz macht ruhig, träge, stolz …“

Lessing; Eine Dublick 1778

 

Der Introspizierende kann keine absolute Eigenschaft namens „Unvorstellbarkeit des Gegenteils“ mehr ausmachen, sondern nur noch eine Eigenschaft namens „ Grad der Schwierigkeit der Vorstellung, wie man das Gegenteil mit seinen übrigen Überzeugungen in Einklang bringen könnte“.
Richard Rorty; „Eine Kultur ohne Zentrum“

 

 

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Begriffe:

Heiter ( Hilaritas) -Komisch Lustig Fröhlich Ironisch

(Hilaritas Heiterkeit bei D: Bonhoeffer

 

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An meinen Engel

 

Wie deutlich hab ich dich als Kind gespürt! 
War mir vor Angst die Kehle zugeschnürt, 
hast du gesungen mit Engelszungen 
und mich ganz sicher an der Hand geführt.

 

Du warst der Anruf und der Liebesbrief. 
Du warst die Rettungsleine aus dem Tief. 
In vielen Schichten von Traumgesichten 
warst du die Freundesstimme, die mich rief.

 

Du bist der Satz, der wieder Mut einflößt. 
Du bist der Arm, der mich nicht von sich stößt, 
bist Wahrheitsstreiter und Wegbegleiter, 
du bist das Messer, das die Fesseln löst.

 

Als Zweifel hockst du mir oft im Genick, 
hängst dann als Hoffnungsstern in meinem Blick. 
In der Routine, Alltagsmaschine 
spielst du ganz gern das kleine Mißgeschick.

 

Du warst der stille Träger meiner Last, 
der kühle Schatten und der späte Gast. 
Im Buch die Zeilen, die Wunden heilen, 
ich ahne, daß du sie geschrieben hast.

 

Mal warst du Fallstrick und mal Wanderstab, 
das Wunder, das ich nicht erwartet hab. 
Leg ich die Glieder zum Sterben nieder 
wirst du die Leiter sein aus meinem Grab.

Gerhard Schöne

 

Gerhard Schöne

 

Anm Verf: „Traumgesichten“ das Wort gibt es wirklich!

 

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Spar deinen Wein nicht auf für morgen. 

Spar deinen Wein nicht auf für morgen. 
Sind Freunde da, so schenke ein! 
Leg was du hast in ihre Mitte. 
Durchs Schenken wird man reich allein

 

Spar nicht mit deinen guten Worten. 
Wo man was totschweigt, schweige nicht. 
Und wo nur leeres Stroh gedroschen, 
da hat dein gutes Wort Gewicht!

 

Spar deine Liebe nicht am Tage 
für paar Minuten in der Nacht. 
Hol sie aus ihrer Dunkelkammer, 
dann zeigt sie ihre Blütenpracht.

 

Spar deinen Mut nicht auf für später, 
wenn du mal "was ganz Großes" bist. 
Dein kleiner Mut hilft allen weiter, 
weil täglich Mut vonnöten ist.

Spar deinen Wein nicht auf für morgen. 
Sind Freunde da, so schenke ein! 
Leg was du hast in ihre Mitte. 
Durchs Schenken wird man reich allein.

 

Gerhard Schöne

 

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Aus: http://www.bonhoeffer.ch/artikel/gegen-die-veraechter-des-leibes/

 

Gegen die Verächter des Leibes

 

Was Dietrich Bonhoeffer, der vor hundert Jahren geboren wurde, den heutigen Christen zu sagen hat. Von Jürgen Moltmann

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Bonhoeffer interessierte nun plötzlich die "natürliche Frömmigkeit" und das "unbewusste Christentum", jenes nicht besonders kirchliche, aber gelebte Christentum seiner eigenen Familie. Erst in der "vollen Diesseitigkeit, des Lebens" wollte Bonhoeffer "glauben lernen". Er meinte damit nicht die "platte und banale Diesseitigkeit" der Aufgeklärten und Bequemen, sondern eine Diesseitigkeit, "in der die Erkenntnis des Todes und der Auferstehung immer gegenwärtig ist".

Bonhoeffer kämpfte in seiner Gefängniszelle gegen das Religiöse auf Kosten des Weltlichen und gegen eine Spiritualität auf Kosten der Vitalität. Glauben hieß für ihn, das Leben bis zum Tod zu bejahen und zu lieben und damit an der Liebe Gottes zu der Welt teilzunehmen, die auch das Leiden Gottes an dieser Welt umfasst. Er erkannte in Christus die Gotteswirklichkeit in der Weltwirklichkeit.

Bonhoeffer überwand das traditionelle theologische Denken in zwei Räumen oder in den Gegensätzen von Gott und Welt. Er wollte in der vollen "Polyphonie des Lebens", in der Schönheit, der Lust und dem Schmerz des Lebens glauben. Er liebte das Hohelied der Liebe im Alten Testament und hasste die christliche Temperierung aller Leidenschaften.

Er vertiefte sich in die wilden Gegensätze von Lust und Fluch, die das wirkliche Leben ausmachen und fügte den musikalischen Kontrapunkt in seine neue theologische Dramatik ein. Ist der Glaube der "cantus firmus", dann fügen sich auch die Kontrapunkte in die Polyphonie des Lebens ein: "Wenn man in dieser Polyphonie steht, dann wird das Leben erst ganz, und zugleich weiß man, dass nichts Unheilvolles geschehen kann, solange der 'cantus firmus' durchgehalten wird."

Weil Gott "mitten im Leben jenseitig" ist, muss der Glaube mitten im Leben ergriffen werden. Die Kirche muss mitten im Dorf bleiben, und darf sich nicht an den Rand des Lebens und auf die Friedhöfe abdrängen lassen.

Bonhoeffer beginnt, das Neue Testament vom Alten Testament her zu lesen. "Nur wenn man die Unaussprechlichkeit des Namens Gottes kennt, darf man auch einmal den Namen Jesus Christus aussprechen; nur wenn man das Leben und die Erde so liebt, dass mit ihr alles verloren und zu Ende zu sein scheint, darf man an die Auferstehung der Toten und eine neue Welt glauben; nur wenn man das Gesetz Gottes über sich gelten lässt, darf man wohl auch einmal von der Gnade sprechen."

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„Stehlen ist oft seliger als nehmen“, Friedrich Nietzsche

 

Anmerkungen:

 

 Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen

 

Ein Räuber ist eine Person, die einen Raub begeht oder begangen hat. Im Unterschied zum Dieb hat der Räuber dabei Gewalt angewandt oder damit gedroht, diese anzuwenden.

 

Wegnahme: Tathandlung ist die Wegnahme der fremden beweglichen Sache. Als Wegnahme wird der Bruch fremden und die Begründung neuen, nicht notwendigerweise tätereigenen, Gewahrsams bezeichnet.

 

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Ein Suchspiel:

Heute begegnet dir ein Engel!

Finde ihn!

 

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Ein alter Chorokee-Indianer sitzt mit seiner kleinen Enkelin am Feuer.

Er sagt, „im Leben gibt es zwei Wölfe, die miteinander kämpfen:

Der 1. Ist Hass, Misstrauen, Feindschaft, Angst und Kampf.

Der Zweite ist Liebe, Vertrauen, Freundschaft, Hoffnung und Friede.

Das kleine Mädchen schaut eine zeitlang ins Feuer und fragt dann … „Welcher Wolf gewinnt?“

Der alte Indianer schweigt …. Nach einer Weile sagt er: Der, den du fütterst….!“

 

 

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Aus: http://www.calvin09.de/17995-0-0-20.html 2/11

 

Vortrag auf der Generalversammlung der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen in Leipzig, 30. Juni2017

 

Lebendiger Gott: Erneuere und verwandle uns!

von Jürgen Moltmann

 

Zur Einstimmung für eilige Leser*innen einige Zitate vorweg:

 

-          Politisches

Gott behüte uns vor „America first!“ „Die Ersten werden die Letzten sein“, sagt Jesus.

-          Ökonomisches

Die Freiheit der „freien Marktwirtschaft“ dient nicht dem Leben aller Menschen. Freiheit in einer Gesellschaft von Starken und Schwachen dient den Starken, nicht den Schwachen. Ihnen dienen nur gerechte Gesetze und Staatengemeinschaften, die sie durchsetzen

-          Freude und Gnade

Freude ist ursprünglicher als Glaube, denn was erwartet der schenkende Gott anderes als dass der beschenkte Mensch sich freut? Im Griechischen liegen charis, die Gnade, und chara, die Freude, sprachlich eng beieinander.

-          Ohne Religion?

Man kann auch ohne Religion leben, aber es ist ein reduziertes Leben. Die moderne Welt orientiert seine Bewohner an humanistischen, meistens aber an naturalistischen oder kapitalistischen Lebensbegriffen. Ein Leben, das den lebendigen Gott aufgegeben hat, ist ein Leben sozusagen ohne Oberlicht, ohne Transzendenz: Ein Leben, das die Transzendenz verloren hat, wird zu einem Leben ohne Selbsttranszendenz. Das Selbstverhältnis verkümmert und das Gewissen lässt sich beugen.

- Die Lücke in der Gnadenlehre

- Die Weltgemeinschaft reformierter Kirchen hat der Übereinkunft des Lutherischen Weltbundes und der römisch-katholischen Kirche über die Rechtfertigungslehre zugestimmt. Doch im Zentrum reformatorischer Theologie fehlt etwas. Die Truth and Reconciliation Commission in Südafrika hat es ans Licht gebracht: Die Rechtfertigung der Opfer der Sünden.

- Wir beten „vergib uns unsere Schuld“, und wo bleiben die O pfer, an denen wir schuldig geworden sind? Das Bußsakrament ist einseitig Täter orientiert, die Rechtfertigungslehre ist opfervergessen. Hier klafft eine Lücke in der christlichen Gnadenlehre.

-                      Keine Demokratie ohne Gleichheit Demokratie aber gründet nicht nur in der Freiheit ihrer Bürger und Bürgerinnen, sondern auch in deren Gleichheit. Die demokratische Gleichheitsidee ist mit einem Wirtschaftssystem unvereinbar, das immer größere Ungleichheiten unter den Menschen produziert. Ohne Gerechtigkeit in den Lebenschancen und ohne Vergleichbarkeit der Lebensverhältnisse stirbt das Gemeinwohl und zerfällt der Zusammenhalt einer Gesellschaft.

-                      „Die Fülle des Lebens“ als Zukunftsvision Der Schrei nach Gerechtigkeit kommt immer zu spät, wenn schon Gewalt und Unrecht das Leben der Schwachen schwer machen. Aber er muss kommen, wenn wir die Zukunftsvision ernst nehmen. Doch aus der Negation des Negativen ergibt sich noch nichts Positives. Aus der Überwindung von Unrecht ergibt sich noch kein Recht und aus der Gewaltlosigkeit ergibt sich noch kein Friedensdienst.

-                      Die Realisten kommen immer zu spät Wer dem „lebendigen Gott“ vertraut, sieht die Welt nicht nur nach ihrer Wirklichkeit. Das tun die Realisten und sie kommen immer zu spät. Wer auf die Zukunft vertraut, sieht die Welt nach ihren Möglichkeiten. „Alle Dinge sind möglich dem, der glaubt“, weil „alle Dinge Gott möglich sind“. Alle Wirklichkeit ist umgeben von einem Meer von Möglichkeiten. Alle Wirklichkeiten sind verwirklichte Möglichkeiten oder nicht verwirklichte alternative Möglichkeiten.

 

 

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Justine und Frederi

http://www.trendmutti.com/2016/10/02/justine-frederi/

 

 

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Das und nichts anderes ist die Wahrheit über die berühmteste Teeschale des Landes. Aber so muss sie auch sein. Das Einfache und das Unaufgeregte, das Ungeplante, das Unverfängliche, das Direkte, das Natürliche, das Unschuldige, das Demutsvolle, das Bescheidene: worin, wenn nicht in diesen Eigenschaften, besteht Schönheit? Das Sanfte, Schmucklose, Ungekünstelte - das sind die natürlichen Charakteristika, die die Zuneigung und die Achtung des Menschen verdienen.

- Soetsu Yanagi

 

Aus Homepage von: Eberhard Dill

 

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„Es ist nicht genug, das (in unseren Augen) Beste für die Flüchtlinge zu tun, sie mit offenen Armen zu empfangen, ihnen unser Mitgefühl und unsere größtmögliche Großzügigkeit zu zeigen. Die schlichte Tatsache, dass eine solche Ausstellung von Großzügigkeit uns ein gutes Gefühl gibt, sollte uns misstrauisch machen: Tun wir es letztlich, um zu verdrängen, was erforderlich ist?“

 

Slavjo Zizek   Der neue Klassenkampf S76

Fußzeile Hans Reichenzer BC